Lymphologische Physiotherapie

Lymphologische Physiotherapie ist ein Konzept in dem manuelle Lymphdrainage in Kombination mit Dauerkompressionstherapie, Atemgymnastik, Instruktion und fachgerechter Beratung angewendet wird.

Es handelt sich um eine Nachdiplomausbildung, die der Therapeutin erlaubt folgende Ödemkrankheiten zu behandeln:

 

  • Primäres (angeborenes) und sekundäres (erworbenes) Lymphödem
  • Lipödem
  • Phlebödem (Venenerkrankung)
  • Ulcus cruris venosum („offene Beine“)
  • Zyklisch-idiopathisches Ödemsyndrom der Frau

 

Auch postoperative und posttraumatische Ödeme können erfolgreich behandelt werden. In solchen Fällen sind die entödematisierenden Massnahmen Teil der allgemeinen Rehabilitation und werden vorwiegend zu Anfang der Therapie, meist modifiziert und über kurze Zeit eingesetzt.

Sogenannte Ödemkrankheiten sind chronische Pathologien und erfordern eine Kombination von verschiedenen Massnahmen. Dabei ist eine aktive Mitarbeit des/der PatientIn gefragt.

Die Therapieplanung wird aufgrund einer Befundaufnahme und einer Therapievereinbarung mit dem/der PatientIn gemacht.

  

Die Ödembehandlung verläuft generell im 2-Phasen-System:

1. Intensivphase zur Entödematisirung

 

  • 3 bis 5mal wöchentlich eine entstauende manuelle Lymphdrainage mit Dauerkompression durch spezielle Bandagen
  • Instruktion von Selbstbehandlungstechniken und Selbstbandagen
  • Aufklärung über ödemangepasstes Verhalten im Alltag

Diesbezüglich ist zu beachten, dass die Therapie zeitaufwendig und belastend ist und folglich zu vorübergehender teilweiser oder voller Arbeitsunfähigkeit führen kann. Auch im Haushalt kann Hilfe nötig sein.

  • Die Dauer der Intensivphase beträgt in der Regel 2, selten 3 Wochen. Bei der Behandlung von Ulcera dauert sie bis zur Abheilung der Wunde.
  • Am Ende der Intensivphase wird, in Mitarbeit eines Orthopädiegeschäftes, ein Kompressionsstrumpf angepasst. Dieser soll zur Erhaltung der Ödemreduktion beitragen und regelmässig getragen werden.

2. Erhaltungsphase zur Stabilisierung der Ödemreduktion

 

Diese Phase beinhaltet im Prinzip keine physiotherapeutischen Massnahmen mehr, sondern beruht auf der Anwendung der erlernten Selbstbehandlungstechniken.

Die Dauer der Erhaltungsphase ist sehr unterschiedlich, abhängig davon, wie ausgeprägt das Ödem ist, wie konsequent der Strumpf getragen wird, wie regelmässig die Selbstbehandlung durchgeführt werden kann und nicht zuletzt wie belastend die Arbeit im Alltag ist.

 

Sobald die während der Intensivphase erreichte Ödemreduktion nicht mehr gehalten werden kann, ist eine Wiederholung derselben erforderlich. Dies erfolgt in der Regel 1 bis 2 Mal pro Jahr.

In seltenen Fällen ist es empfehlenswert nach der Intensivphase, die Erhaltungsphase noch weiter mit manueller Lymphdrainage (in grösseren Zeitabstäneden)zu unterstützen.

 

Die Behandlung von primären und sekundären Ödemen wird von den Krankenkassen aus der Grundversicherung bezahlt, sofern sie auf ärztliche Verordnung von einem/einer PhysiotherapeutIn mit entsprechender Zusatzausbildung durchgeführt wird.

 

Einige Beispiele aus unserer Praxis

 

-          Sekundäre Armlymphödeme nach Mamma-Ca

-          Sekundäres Gesichtsödem nach Mamma-Ca

-          Postoperatives Gesichtsödem bei Mundboden-Ca

-          Venöses Ulcus cruris

-          Posttraumatisches Ödem nach Inversionstrauma im OSG

-          Posttraumatisches Ödem nach OSG-Fraktur

-          Ausgeprägtes Hämatom postoperativ nach Knie-TP oder Hüft-TP

-          Hautverhärtung am Unterschenkel (Hyperkeratose) bei Lymphödemen beidseits

-          Lipödem bei Multipler Sklerose

-          Ödem des linken Armes bei CPRS

-          Ausgeprägtes Lipo-Lymphödem beidseitig

 

Für weitere Informationen stehen Ihnen Frau Josephine Bernetti und Frau Simone Blankart jederzeit zur Verfügung.